Alle Jahre wieder – Geschenketausch

Es ist wie jedes Jahr: Es ist Heiligabend und Vati kriegt einen Schlips oder Socken geschenkt, Mutti einen neuen Kochtopf (welche Freude) und Oma schenkt jedes Jahr eine Heizdecke von der Kaffeefahrt. Was tun mit solchen Geschenken? Wegwerfen ? Nein. Besser umtauschen. Und wie macht man das richtig? Denn es ergeben sich einige interessante Problemstellungen z.B. mit Handys, die telefonisch oder über das Internet bestellt wurden oder Bücher von Amazon? Kann man die auch einfach wieder zurückschicken? Und was ist mit Omas Heizdecke?

"Ganz juristisch" werden wir uns jetzt den Käufen im Einzelnen widmen:

1. Der Kochtopf und die Socken aus dem Kaufhaus von nebenan

Die meisten Kaufhäuser bieten in der Weihnachtszeit gleich von vorn herein an, Geschenke nach Weihnachten umzutauschen. Nicht so gern geben sie Geld zurück, oft orientieren sie auf eine neue Ware – Umsatz ist Umsatz. Nur wenn die gekaufte Sache einen Fehler (Mangel) hat, haben Sie einen Anspruch auf eine neue Sache, Beseitigung des Fehlers oder Geld zurück.

2. Das Handy aus dem Laden

Hier empfiehlt es sich, gleich beim Kauf den Verkäufer nach der Umtauschmöglichkeit zu befragen. Meist kauft man das handy mit einem Vertrag und das macht das „Umtauschen bzw. Rückgeben“ des Vertrages schwer. Ansonsten gilt auch hier: Wenn das handy nicht funktioniert, haben Sie o.g. Ansprüche

3. Omas Heizdecke

Wenn sie die auf einer Kaffeefahrt gekauft hat und zwei Wochen noch nicht um sind, könnte man das Geschäft nach §§ 312, 312a BGB zu widerrufen. Das Haustürwiderrufsgesetz gibt es nicht mehr. Wichtig zu wissen ist, daß diese Vorschrift nur zwischen Unternehmer und Verbraucher gilt und daß für den Lauf der Widerspruchsfrist eine Widerrufsbelehrung erfolgt sein muß.

4. Bestellung über Telemedien.

Eine Bestellung durch Mail, Fax, Telefonanruf, SMS, Brief oder telefonisch abgeschlossene Verträge kann man auch innerhalb einer Frist von zwei Wochen widerrufen. Dazu muß man als Verbraucher erhalten haben: Die Vertragsbestimmungen, die Ware und eine Widerrufsbelehrung.

5. Bücher und CDs über Internet.

Im Gegensatz zu Ziffer 4 muß hier bereits die Bestellung über sog. Internetshops erfolgt sein.

Dann gilt das Teledienstgesetz. Lesen Sie sich am Besten vor dem Kauf die AGB des Anbieters durch. Dort muß genau geregelt sein, wie das mit dem Umtauschen funktioniert.

Das klingt alles sehr kompliziert. Leichter - aber auch unromantischer - geht es mit dem Verschenken von Geld oder Gutscheinen. In dem Magazin eines Drogeriegeschäftes wurde sogar die Empfehlung ausgesprochen, den Kindern statt eines riesigen neuen Teddys einen Nachmittag auf dem Reiterhof oder dem Zoo zu schenken. Das fördere den Gemeinschaftssinn und bringe einander näher.

Na dann, Frohes Fest.

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