Testament hinterlegen – aber wo?

Sie haben sehr viel Zeit und Mühe in die Erstellung Ihres handschriftlichen Testamentes gesteckt und dieses Testament bei sich zu Hause auf dem Schreibtisch sicher verwahrt. Dachten Sie... Denn es kommt, wie es kommen mußte: Die enterbte Tochter findet das Testament und vernichtet es unbemerkt.

Das beste Testament nützt also nichts, wenn es nicht gefunden wird. Wie kann man hier Abhilfe schaffen?

Testament beim Anwalt oder Notar erstellen lassen

Hier sollten die Erben darüber informiert werden, dass das Testament dort hinterlegt ist. Vorteil: Ein notarielles Testament kann bei Verlust noch einmal ausgestellt werden.

Testament beim Amtsgericht/Nachlassgericht des Heimatortes hinterlegen

Dies ist nach meinem Erachten die sicherste Methode der Verwahrung eines Testamentes. Es wird feuer- und wassersicher hinterlegt und auch sonst sicher verwahrt. Das Nachlassgericht gibt dem Geburtsstandesamt des Hinterlegers Bescheid, dass ein solches hinterlegtes Testament existiert. Im Falle des Todes informiert das Standesamt der Geburt (dort wird auch der Sterbereintrag vermerkt), dass sich der Todesfall ereignet hat. So ist sichergestellt, dass das Testament auch gefunden wird.

Wo das Testament NICHT hinterlegt werden sollte

Nicht hinterlegt werden sollte das Testament in Ihrem Bankschließfach. Denn dieses darf erst geöffnet werden, wenn Ihre Position als Erbe durch einen Erbschein bewiesen wurde. Nicht hinterlegt werden sollte das Testament auch bei guten Freunden, da man sich aus den Augen verlieren könnte oder die Freundschaft zu Bruch geht. Die „Hinterlegung“ auf dem Schreibtisch ist ebenfalls nicht optimal, so dass eigentlich nur eine Hinterlegung beim Nachlassgericht zu empfehlen ist.

Was kostet die Hinterlegung?

Das Gericht berechnet eine einmalige Gebühr nach der Kostenordnung, die sich danach richtet, was der Hinterleger für Vermögen besitzt.

Hat er ein Vermögen von 5.000,00 EUR beträgt die Gebühr 42,00 EUR. Liegt das Vermögen bei 25.000,00 EUR beträgt die Gebühr 84,00 EUR. Die niedrigste Gebühr liegt bei 10,00 EUR und höchste bei 1.557,00 EUR.