Berechnung Elternunterhalt

Zur Zeit erhalten Mandanten, die berufstätig sind und mitten im Leben stehen, von den Ämtern für die Sozialhilfe Anfragen wegen Elternunterhalt. Es beginnt meistens damit, dass sie Auskunft über ihre Einkommens-und Vermögensverhältnisse zu erteilen haben. Zur Ehrenrettung der Sozialämter sei gesagt, dass diese verpflichtet sind zu schauen, ob noch andere leistungsfähige Personen sich an den Kosten für so einen pflegebedürftigen Menschen beteiligen. Mein Tipp: Geben Sie immer Auskunft (natürlich geprüft durch einen Fachmann), denn dazu sind Sie auch verpflichtet, wenn Sie nicht leistungsfähig sind.

Bitter ist lediglich, dass auch häufig die jüngere Generation seit Jahren keinen Kontakt zu ihren Eltern hatte und oft gar nichts von der Bedürftigkeit weiß. Ich verweise hier auf den Fall aus Bremen, in dem ein junger Mann zum Unterhalt für seinen Vater verurteilt wurde, der sehr viele Jahre nichts mehr von seinem Sohn wissen wollte.

Zur Berechnung von Elternunterhalt: In den unterhaltsrechtlichen Leitlinien für das Land Sachsen-Anhalt des OLG Naumburg mit Stand vom 01.08.2015 ist für den Elternunterhalt folgendes geregelt:

Für den Rest müsste das Kind aufkommen bzw. haften Geschwister als Gesamtschuldner.

Jedoch gibt es auch Freibeträge für die leistungsfähigen Kinder.

Der Selbstbehaltssatz für Enkelunterhalt und Elternunterhalt beträgt für das Jahr 2015 1.800,00 Euro sowie die Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens. Das ist schon eine relativ ordentliche Summe, wenn man bedenkt, was man beim Unterhalt gewöhnlich alles abziehen kann.