Was braucht man zum Heiraten und was kann einer Heirat entgegenstehen?

Die Voraussetzungen einer Heirat bzw. Begründung einer Lebenspartnerschaft:

Das Standesamt, bei dem die Eheschließung angemeldet ist, hat zu prüfen, ob der Eheschließung ein Hindernis entgegensteht.

Urkunden für die Heirat/Begründung einer Lebenspartnerschaft

Die Eheschließenden haben bei der Anmeldung der Eheschließung dem Standesamt an ihrem Wohnsitz durch öffentliche Urkunden (das sind Urkunden mit einem Stempel einer Behörde, eines Gerichtes oder eines Notares drauf) nachzuweisen
1. ihren Personenstand,
2. ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt,
3. ihre Staatsangehörigkeit,
4. wenn sie schon verheiratet waren oder eine Lebenspartnerschaft begründet hatten, die Eheurkunde und das rechtskräftige Scheidungsurteil.

Vorliegen eines Ehehindernisses

Wenn die Urkunden eingereicht werden, prüft der zuständige Standesbeamte, ob ein Ehehindernis bestehen könnte.

Wenn der Standesbeamte denkt, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die zu schließende Ehe aufhebbar wäre, muss man Fragen beantworten (ein bißchen wie bei dem Film "Green Card").

Aufhebungsgründe (§ 1314 BGB) für eine Ehe sind:

  1. Ein Ehegatte hat sich bei der Eheschließung im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehender Störung der Geistestätigkeit befunden.
  2. Ein Ehegatte hat bei der Eheschließung nicht gewusst, dass es sich um eine Eheschließung handelt.
  3. Ein Ehegatte ist zur Eingehung der Ehe durch arglistige Täuschung  verführt worden, die ihn bei Kenntnis der Sachlage und bei richtiger Würdigung des Wesens der Ehe von der Eingehung der Ehe abgehalten hätten; dies gilt nicht, wenn die Täuschung Vermögensverhältnisse betrifft oder von einem Dritten ohne Wissen des anderen Ehegatten verübt worden ist.
  4. Ein Ehegatte ist zur Eingehung der Ehe widerrechtlich durch Drohung eingeschüchtert worden.
  5. Beide Ehegatten waren sich bei der Eheschließung darüber einig, dass sie gar nicht heiraten wollten.

Verbindliche Mitteilung über die Heirat

Stellt der Standesbeamte bei der Prüfung der Ehevoraussetzungen kein Ehehindernis fest, so teilt er den Eheschließenden mit, dass die Eheschließung vorgenommen werden kann. Diese Mitteilung ist für das Standesamt, das die Eheschließung vornimmt, verbindlich.