Bundesverfassungsgericht erlaubt auch unverheirateten Paaren die Adoption von Stiefkindern

von Rechtsreferendarin Lies
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat nunmehr entschieden, dass auch unverheirateten Paaren die Adoption von Stiefkindern möglich ist (1 BvR 673/17).

Die bisherige Regelung, wonach unverheiratete Paare von der Stiefkindadoption generell ausgeschlossen sind, sei verfassungswidrig. Insbesondere verstoße diese gegen das Grundrecht der Kinder auf Gleichbehandlung gegenüber ehelichen Stiefkindern. Das Bundesverfassungsgericht argumentiert dabei, dass Kinder keinen Einfluss auf die Heirat ihrer faktischen Eltern hätten. Insbesondere sei es für die persönliche Entwicklung eines Kindes wichtig, adoptiert werden zu können. Daher müsse die Stiefkindadoption auch in stabilen, nichtehelichen Partnerschaften möglich sein. Das Gericht hat dabei auch berücksichtigt, dass sich die nichteheliche Familie in den vergangenen Jahren neben der ehelichen Familie immer mehr in der Gesellschaft als anerkannte Familienform etabliert hat.

Hintergrund der Entscheidung war die Klage einer Mutter von zwei Kindern. Der leibliche Vater der beiden Kinder war verstorben. Die Mutter ging später eine neue Beziehung ein, ohne jedoch erneut zu heiraten. Das Paar wollte dennoch erreichen, dass die Kinder die Stellung „gemeinschaftliche Kinder“ bekommen.

Die bisherige Regelung soll nun bis zum 31.03.2020 geändert werden.