Teilungsversteigerung

Angesichts einer Zunahme von Ehescheidungen und Erbfällen, steigt auch das Konfliktpotential bei der Auseinandersetzung über Immobilien unter mehreren Miteigentümern.

Bei einer Mehrheit von Eigentümern im Grundbuch "zu je 1/3" - sei es durch ein Erbe als Erbengemeinschaft oder durch eine nichteheliche Lebensgemeinschaft oder ein Ehepaar - kann es sein, dass einer verkaufen möchte, der andere aber nicht.

Was tut man in so einem Fall? Bleibt man auf ewig aneinander gebunden?

Nein.

Man kann eine sogenannte Teilungsversteigerung beantragen - zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft, § 180 ZVG.
Ich nenne es - "ein Drama in drei Akten".

1. Eintragung des Zwangsversteigerungsvermerks, Einholung eines Gutachtens

Der erste Akt beginnt damit, dass einer der Miteigentümer zum Vollstreckungsgericht des belegenen Grundstückes geht und dort einen Antrag auf Teilungsversteigerung stellt.

Ein wichtiger Punkt zu wissen ist: Das gesamte Grundstück wird versteigert, nicht nur der Anteil des Antragstellers.

Wenn Ehegatten geschieden sind, gibt es nur ganz wenige und begrenzte Rechtsmittel ein solches Verfahren aufzuhalten. Deshalb ist es eigentlich immer besser, sich gütlich zu einigen.

Dann wird durch das Vollstreckungsgericht ein Wertgutachten über das Grundstück eingeholt und damit der Verkehrswert festgesetzt.

2. Die eigentliche Teilungsversteigerung zum Versteigerungstermin

Dieser Termin ist eine öffentliche Sitzung - jeder kann hingehen, der möchte.

In der Versteigerungsverhandlung kann nach der Einführung durch den zuständigen Rechtspfleger jeder auf das Grundstück bieten. Das können fremde interessierte Dritte wie Nachbarn oder Immobilienhaie sein oder die Miteigentümer selbst ersteigern (einzeln) ihr eigenes Grundstück.

Dazu muss man im Vorfeld des Versteigerungstermines 10 % des Verkehrswertes des Grundstücks als Sicherheit besorgt haben. Es bieten sich hier mehrere Möglichkeiten an (§ 69 ZVG)

Einzahlungen der Sicherheit am Versteigerungstag in bar sind seit 2007 nicht mehr zulässig.

Dann ist es wie im Fernsehen - zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten ! Das ist die sogenannte Bietstunde. Sie dauert mindestens 30 Minuten auch wenn kein Gebot abgegeben wird.

Wenn der Zuschlag wirksam erteilt wurde, steht das Grundstück nicht mehr im Eigentum der ehemaligen Miteigentümer. Der, der den Zuschlag erhalten hat und auch die restliche Summe beim Gericht eingezahlt hat, ist nun alleiniger neuer Eigentümer.

3. Erlösverteilung

Das Miteigentum der "zerstrittenen Erbengemeinschaft" besteht aber nun, da das Grundstück nicht mehr vorhanden ist, am Geld fort.

Das Gute am Geld ist, dass man es teilen kann. Dies passiert in einer weiteren nichtöffentlichen Verhandlung - der Erlösverteilung.

Den ehemaligen Miteigentümern ist sehr zu empfehlen an dieser Erlösverteilungsverhandlung persönlich teilzunehmen, weil dann mit der Unterstützung des Rechtspflegers vielleicht eine Einigung über die Verteilung des Geldes, welches nach Abzug der Verfahrenskosten noch übrig ist, in Form eines Vergleiches möglich ist.

Sollte keiner zu diesem Termin hingehen oder kann keine Einigung zwischen allen Beteiligten gefunden werden - was auch irgendwie in der Natur der Sache liegt, sonst hätte es das Teilungsversteigerungsverfahren nicht gegeben -, wird der Erlös erst einmal hinterlegt. Das geschieht auf dem zinslosen Hinterlegungskonto des Gerichtes.

Nach einem weiteren Gerichtsverfahren, welches die Einigung über die Erlösverteilung zum Inhalt hat, kann das Geld aus der Hinterlegung geholt werden und wird aufgeteilt.

Wenn Sie mich fragen, schade um das ganze Geld.