Testamentsvollstrecker (AGT), zertifizierter

Nach erfolgreicher Teilnahme an dem Lehrgang "Zertifizierter Testamentsvollstrecker " der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge e.V., darf ich mit seit dem 26.08.2016 „zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)“ nennen.

Ich wurde auch in die Testamentsvollstreckerliste des AGT aufgenommen.

Diese Arbeitsgemeinschaft AGT e.V. ist eine private Institution in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins und wurde 1997 in Bonn gegründet. Sie ist die einzige interdisziplinäre Vereinigung von Vertretern der rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe sowie von Privatpersonen mit besonderen Erfahrungen und Interessen auf dem Gebiet der Testamentsvollstreckung in Deutschland.

Nach Abschluss des Lehrgangs mit den Inhalten:

und Bestehens einer Klausur mit der Note „gut“, habe ich diese Zusatzqualifikation erworben.

Was macht ein Testamentsvollstrecker ?

Damit der Erblasser sicher gehen kann, dass sein letzter Wille, den er in seinem Testament angeordnet hat, auch umgesetzt wird, kann er Testamentsvollstreckung anordnen.

Also immer dann, wenn man bei der Abfassung des Testamentes auf Punkte stößt, die über den Todesfall hinaus Bestand haben sollen, empfiehlt sich eine solche Anordnung. Erfolgt keine Einsetzung eines Testamentsvollstreckers, haben die Erben den letzten Willen des Verstorbenen umzusetzen.

Dies führt jedoch häufig zu Problemen, gerade, wenn man mehrere Erben (Erbengemeinschaft) hat, denn jeder Erbe legt - allzu menschlich - den Willen des Verstorbenen anders aus. Der Testamentsvollstrecker fungiert dann als neutrale Person, die zum Beispiel mit der Abwicklung des Nachlasses betraut wird.

Im Gegensatz zum Nachlasspfleger, der von der Blickrichtung her imaginär für die unbekannten Erben tätig ist, ist der Testamentsvollstrecker der verlängerte Arm des Verstorbenen und hat dessen Wünsche und Ziele umzusetzen.

Die Aufgaben des Testamentsvollstreckers bestehen im Großen und Ganzen darin, dass er sich zunächst um die Sicherung des Nachlasses kümmert, dass er Vermächtnisse und Auflagen erfüllt, Pflichtteilsansprüche berechnet und auszahlt und gegebenenfalls Schulden des Erblassers begleicht. Er hat die Erbschaftsteuererklärung zu fertigen und er ist verpflichtet, den Nachlass bis zur Auseinandersetzung unter den Miterben zu verwalten und die Auseinandersetzung durchzuführen.

Wie lange kann eine Testamentsvollstreckung dauern? Welche Arten der Vollstreckung gibt es?

In der Regel bleibt der Testamentsvollstrecker solange im Amt bis der Nachlass auseinandergesetzt wurde, denn das ist seine Hauptaufgabe – den Nachlass zu verteilen (sog. Abwicklungsvollstreckung).

Im Gegensatz dazu gibt es die Dauertestamentsvollstreckung – diese ist eine Vollstreckung für einen gewissen Zeitraum (20 Jahre oder so lange, bis der minderjährige Erbe volljährig wird). Längstenfalls dauert eine Testamentsvollstreckung 30 Jahre.