Unterhalt

Als Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht kenne ich fünf verschiedentliche Arten von Unterhalt, die man gewöhnlich durchsetzen muss (den Familienunterhalt § 1360 BGB lasse ich unberücksichtigt):

Wie sich die Unterhaltsberechnung im einzelnen gestaltet, richtet sich nach der Art des Unterhaltsanspruchs. In allen diesen Fällen kann ich Sie begleiten. Häufig sollte ich das auch, denn es gibt in meinen Augen keinen größeren Dschungel als das deutsche Unterhaltsrecht.

Kümmern Sie sich zeitnah.

Sollte nämlich erst einmal eine Aufforderung seitens eines gegnerischen Rechtsanwaltes, des Jugendamtes oder Sozialamtes erfolgt sein, bleibt nur relativ wenig Zeit nach dem Verstreichen der gesetzten Frist bis zur Erhebung einer Auskunftsklage.

Kindesunterhalt

Kindesunterhalt wird nach der Düsseldorfer Tabelle errechnet, die sich für den Kindesunterhalt zum letzten Mal am 01.01.2018 geändert hat.

Hier finden Sie die aktuellen Kindesunterhalts-Sätze.

Unter Kindesunterhalt fällt auch die Zahlung an volljährige Kinder, die nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnen und vielleicht zum Studium sind.

Im Unterschied dazu gibt es die volljährigen Kinder, die von zu Hause aus studieren. Diese nennt man privilegierte Volljährige; auch sie sind zu unterstützen.

Trennungsunterhalt

Bei der Berechnung von Trennungsunterhalt – der in der Zeit von der Trennung bis zur rechtskräftigen Scheidung gezahlt wird - kommt es auf die Einkommen der Ehegatten an und für wen alles gezahlt werden muss.

Es gibt Fallgestaltungen, da zahlt der Ehemann noch für die erste Ehefrau, zwei volljährige Kinder aus erster Ehe, zwei minderjährige Kinder und Trennungsunterhalt für die aktuelle Ehegattin.

Eine komplizierte Angelegenheit.

Geschiedenenunterhalt

Obwohl mit der weitreichenden Gesetzesänderung im Jahre 2009 im Familienrecht der Anspruch auf Geschiedenenunterhalt stark eingedämmt wurde (jeder ist nach der Scheidung für seinen Unterhalt erst einmal selbst verantwortlich, Grundsatz der Eigenverantwortung § 1569 BGB), so ist der Verweis auf die eigene Leistungsfähigkeit manchmal wegen Alters, Krankheit oder weil man zu wenig verdient, nicht möglich.

In so einem Fall ist der eine dem anderen für ca 1/3 der Ehezeit auch nach der rechtskräftigen Scheidung zum Unterhalte verpflichtet.

Betreuungsunterhalt

Im Familienrecht gibt es nichts, was es nicht gibt: Es gibt Fälle, da wird die Ehefrau - von der man sich eigentlich trennen wollte - kurz vor Ende des Trennungsjahres noch einmal vom Ehemann schwanger.

Genauso kann es bei unverheirateten Päärchen passieren - die nichteheliche Lebensgemeinschaft führt kurz vor der Trennung zu Nachwuchs.

Für diese besondere Konstellation gibt es den Betreuungsunterhalt, § 1615l BGB (Unterhaltsanspruch aus Anlass der Geburt). Was für eine schöne Überschrift.

Der Betreuungsunterhalt ist ein Unterhalt für die Frau - zusätzlich zum Kindesunterhalt - soweit diese einer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen kann, weil sie infolge der Schwangerschaft und der Erziehung dazu außerstande ist. Dann ist der Vater verpflichtet, ihr in der Zeit von vier Monaten vor der Geburt und für mindestens drei Jahre nach der Geburt Unterhalt zu zahlen. Häufig auch noch länger.

Elternunterhalt

Immer häufiger kommt es vor, dass Kinder nun für ihre Eltern Unterhalt leisten müssen oder es zumindest aushalten müssen, dass durch Sozialträger geprüft wird, ob das Kind zum Elternunterhalt verpflichtet ist. Eventuell liegt Ihnen bereits eine entsprechende Auskunftsaufforderung des Sozialamtes vor.