Verjährung von Erbansprüchen

Der Jahreswechsel ist vorbei und da könnte sich die Frage stellen, ob zum 31.12.2015 auch Erbansprüche verjährt sein könnten.

Die Antwort lautet ja.

Seit dem 1.1.2010 gilt die Rechtslage, dass auch erbrechtliche Ansprüche in der Regelverjährungsfrist von drei Jahren verjähren. Hier gilt § 195 BGB:

§ 195 Regelmäßige Verjährungsfrist

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.

§ 199 BGB Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Verjährungshöchstfristen

(1) Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt, soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in dem
1. der Anspruch entstanden ist und
2. der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Wann ist der Anspruch entstanden?

Ein Erbanspruch entsteht mit dem Todestag: § 1922 BGB regelt
(1) Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.

Das bedeutet, wenn ein Angehöriger am 07.05.2012 verstorben ist, beginnt die Verjährung am 31.12.2012. Rechnet man hierzu die drei Jahre der Regelverjährung, erhält man den 31.12.2015. Bis zu diesem Zeitpunkt muss man z.B. einen Erbanspruch gegen seine Miterben gerichtlich geltend gemacht haben, ansonsten ist er mit dem 1.1.2016 verjährt.

Rechtslage bis zum 31.12.2009

Bis zum 31.12.2009 galt die Verjährung des § 197 BGB. Durch das Erbrechtsverjährungsänderungsgesetz ist die 30-jährige Verjährung für erbrechtliche Ansprüche (früher in § 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB geregelt) aufgehoben und durch die Regelverjährung ersetzt worden. Die §§ 195, 199 gelten künftig grundsätzlich für (fast) alle Ansprüche mit erbrechtlichen Grundlagen.