Wie verhalte ich mich auf einer Hochzeit oder Beerdigung in Zeiten von Corona?

Ein befreundeter Bestattungsunternehmer fragte mich diese Woche: "Was soll ich machen, wenn der Verstorbene über 50 enge Freunde und Familie hat, die alle bei der Beerdigung anwesend sein wollen? Ich kann doch keinem sagen, er kann sich nicht vom Verstorbenen verabschieden."

Gute Frage. Hier könnte die Vierte Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen CoronavirusSARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt (Vierte SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung — 4. SARS-CoV-2-EindV - hier zum Nachlesen 16_04_2020_VO_Vierte_SARS-Co-2) vom 16. April 2020 ein kleines Stück weiterhelfen.

In § 1 dieser Verordnung wird erst einmal klargestellt, dass ein sogenannter „triftiger Grund“ zum Verlassen der eigenen Häuslichkeit, die Begleitung Sterbender sowie Eheschließungen und Beerdigungen im engsten Familienkreis gemäß § 2 Abs. 3 Nr.2 und 3 sind.

Also für eine Hochzeit, die Begleitung eines Sterbefalles und eine Beerdigung darf man sich mit anderen Menschen gruppieren, wenn man die Hygieneregeln nach dieser Verordnung einhält: Abstand, mindestens 1,50 m, häufiges Händewaschen, Husten- und Niesetikette, Verzicht auf Händeschütteln oder Umarmungen zur Begrüßung, ggf. Tragen von Schutzmasken.

Hochzeiten während der Corona-Krise in Sachsen-Anhalt

Bei Hochzeiten dürfen neben den Eheschließenden und dem Standesbeamten lediglich die Trauzeugen, die Eltern und Kinder und Geschwister der Eheschließenden teilnehmen.

Beerdigungen/Bestattungen/Trauerfeiern während der Corona-Krise in Sachsen-Anhalt

An Trauerfeiern, Beerdigungen, Bestattungen teilnehmen dürfen nur der engste Freundes- und Familienkreis der oder des Verstorbenen, der Trauerredner oder Geistliche und das erforderliche Personal des Bestattungsunternehmens. Nur wer zählt zum engsten Freundes- und Familienkreis. Leider gibt die Verordnung keinerlei Antwort hierauf.

Das bedeutet für eine Bestattung, dass der Veranstalter Folgendes sicherzustellen hat - und dann scheint jeder Teilnehmende selbst entscheiden zu können, ob er sich zum engsten Freundes- und Familienkreis zählt:

In § 2 Absatz 5 dieser Vierten Eindämmungsverordnung können Versammlungen unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen oder Aufzüge unter freiem Himmel nach einer individuellen Verhältnismäßigkeitsprüfung durch die zuständige Versammlungsbehörde unter Beteiligung des zuständigen Gesundheitsamtes zugelassen werden.

Das bedeutet, wenn einem Bestatter die Teilnehmerzahl zu groß erscheint, sollte er sich an zuständige Versammlungsbehörde wenden. Dies sind in den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle (Saale) die jeweilige zuständige Polizeiinspektion Magdeburg bzw. Polizeiinspektion Halle (Saale). Eine versammlungsrechtliche Veranstaltung ist im Regelfall spätestens 48 Stunden vor Bekanntgabe der Veranstaltung (bspw. durch Einladen der Teilnehmer, Verteilen von Informationsmaterial zur Veranstaltung, Bewerbung in sozialen Netzwerken etc.) bei der zuständigen Versammlungsbehördeanzumelden.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!