Bloß kein gemeinschaftliches Testament, wenn man nicht verheiratet ist

Hier eine Geschichte, die das Leben schrieb: Ich bearbeite derzeit einen Fall, den es eigentlich so nicht hätte geben dürfen, denkt man so bei sich aus juristischer Sicht.

Die Geschichte handelt von zwei Menschen, die sich liebten, auch wenn sie nicht miteinander verheiratet waren. Um sich gegenseitig abzusichern, fertigten sie nach Rücksprache mit einem Notar und einem Anwalt ein sog. gemeinschaftliches Testament.

Dazu muss man wissen, dass normalerweise jeder nur SEIN Testament schreiben kann. Den (absoluten) Ausnahmefall bildet ein gemeinschaftliches Testament, § 2267 BGB, wenn die Testierenden verheiratet sind oder eingetragene Lebenspartner. Nur dann - und wirklich nur dann - darf einer das Testament schreiben und unterschreiben und der andere setzt ebenfalls seine Unterschrift darunter.

Was nun tun, wenn zwei Unverheiratete so ein Testament gefertigt haben? Wie es so schön heißt - es kommt drauf an. Und zwar darauf, ob derjenige, der ge- und unterschrieben hat, auch derjenige ist, der gestorben ist und dessen letzten Willen man aus diesem Schriftstück ableiten kann. Im vorliegenden Fall war es natürlich genau umgekehrt: Die Frau hatte das Testament verfasst und auch unterschrieben und er hatte lediglich unterschrieben. Der Mann ist dann gestorben und die Frau versucht im Rahmen eines Erbscheinsverfahrens, ihre Alleinerbenstellung aus dem Testament herzuleiten.

In so einem Fall werden an sein Testament die Maßstäbe eines eigenen eigenhändigen Testamentes gelegt. Diese sind gemäß § 2247 BGB: "Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten." Er muss also etwas erklären (wer denn sein Erbe werden soll). Hat er das nicht gemacht, ist dieses Testament für ihn ungültig und es tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

Wirklich sehr bedauerlich.