Die Änderung eines Berliner Testaments

Die Frage einer Mandantin:

Sehr geehrte Frau Sander,

Meine Mutter ist oft recht kommunikativ unterwegs. So wurde mir jetzt berichtet, dass sie erzählte, das Testament geändert zu haben bei einem Notar dahingehend, dass mein Sohn nicht mehr der Schlußerbe sei. Gut, bei dem Geld-Ausgabeverhalten meiner Mutter ist es ohnehin egal, wer der Schlußerbe wäre. Mein Sohn sieht das daher auch entspannt. Trotzdem stellen sich uns 2 Fragen:

1.) Ist das so statthaft?

Mein Vater hatte im ursprünglichen Testament den Vermerk ja mit abgezeichnet, dass noch Änderungen durch den Letztlebenden vorgenommen werden dürfen. Ich war zwar immer der Meinung, der Inhalt eines Berliner Testamentes wäre bindend, bis auch der 2. verstirbt. Offenbar wäre diese Änderungsklausel aber gültig, zumal wohl ein Notar mitgewirkt hat?

Meine Antwort: Es reicht, wenn das Testament eine solche Änderungsklausel des überlebenden Ehegatten enthält. So wie bei Ihnen. Dann ist es auch egal, ob ein Notar mitgewirkt hat oder nicht. Ein handschriftliches Testament ist einem notariellen Testament gegenüber gleichwertig. Der einzige Unterschied ist, dass man bei einem notariellen Testament im besten Falle keinen Erbschein beantragen muss link: Notarielles Testament ersetzt Erbschein.

2.) Muss diese Änderung dem Nachlaßgericht mit übergeben werden?

Die Änderung bezieht sich ja auf das ursprüngliche Berliner Testament und dieses wurde gerade eröffnet. Oder betrachtet man den Fall des Schlußerben separat nur beim 2. Erbfall?

Ich kenne mich mit den Details nicht so aus und im Internet finde ich widersprüchliche Aussagen, so dass ich dachte, ich frage Sie das ganz einfach mal.

Über eine kurze Antwort per Mail würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Meine Antwort: Diese „Änderung“ wie Sie sagen, ist ein weiteres (extra) Testament und bezieht sich nur auf den Schlusserben. Das kommt erst zum Tragen, wenn Ihre Mutter verstirbt.